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Gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland

Wie funktioniert das in Deutschland überhaupt?

Rentnerinnen klein

Das deutsche System zur Altersabsicherung, also unser sogenanntes Rentensystem, ist als Sozialversicherung konzipiert, wusstest du das schon? Damit gehört die gesetzliche Rentenversicherung zum deutschen Sozialversicherungssystem. Dies bedeutet, dass die Rente in Deutschland als eine Versicherung für bestimmte Lebensrisiken agiert, wie zum Beispiel der Erwerbsminderung oder einer Rentenzahlung im Alter. Derzeit ist es noch so, dass die gesetzliche Rentenversicherung hauptsächlich zur Altersvorsorge von Angestellten dient, da Selbständige nicht verpflichtet sind in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen, Arbeitnehmer*innen hingegen schon.

Hier wird aber gerade heiß diskutiert, ob nicht auch für Selbständige die Rentenversicherungspflicht kommen soll. Die gesetzliche Rentenversicherung ist also durch ein klassisches Versicherungsprinzip geprägt: es wird monatlich ein festgelegter Versicherungsbeitrag gezahlt, über eine bestimmte Laufzeit. In diesem Fall, bis zum Renteneintritt (derzeit regulär ab 67 Jahren möglich, wird bis 2029 stufenweise angehoben) oder, wenn der nicht so schöne Fall einer Erwerbsminderungsrente (dazu wird noch ein Extrabeitrag kommen) eintritt. Die Mitglieder der GRV (gesetzliche Rentenversicherung) sind gegen das Risiko versichert, im Alter oder bei Erwerbsminderung komplett, ohne ein Einkommen dazustehen. In der Praxis erfolgt eine Versicherungsleistung in Form einer Rente, sobald der Versicherungsfall eintritt, in Form einer monatlichen Auszahlung. Finanziert wird die gesetzliche Rentenversicherung über die prozentualen Beiträge, die anhand des Bruttoarbeitseinkommens der jeweiligen arbeitnehmenden Person bemessen werden.

Die Finanzierung der Gesetzlichen Rentenversicherung

Eine weitere Finanzierungsquelle der GRV, stellt der steuerfinanzierte Bundeszuschuss dar. Dies ist auch als Umlageverfahren bekannt. Das Umlageverfahren ist darauf ausgerichtet, dass die Beiträge der aktiven Beitragszahler*innen die Renten der im Ruhe-standlebenden Bürger*innen zahlen. Zusätzlich werden die Renten von Steuerzuschüssen finanziert. Durch die Beitragseinzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung, erhalten die aktiv Versicherten selber einen Anspruch auf ihre eigene zukünftige Rente, in Form von Anwartschaften. Dieses System wird auch als Generationenvertrag bezeichnet, den Begriff hast du vielleicht schon mal gehört. Dieser basiert auf dem Solidaritätsprinzip, da die aktuell arbeitende Generation, die Beiträge der sich im Ruhestand befindenden Generation zahlt, aber auch erwartet, dass die nachfolgende Generation, dasselbe für Sie tut.

Wird die gesetzliche Rente versteuert?

Wer jetzt in Rente geht, kann mit ca. 38% Rente, von seinem letzten Bruttogehalt rechnen, aber Achtung: Diese 38% werden noch versteuert, das Ganze nennt sich nachgelagerte Besteuerung. Für dich bedeutet das, dass deine Rente (im Übrigen nicht nur die gesetzliche) Lohsteuer- bzw. Einkommenssteuerpflichtig ist. Könntest du mit 38% Brutto, von deinem letzten Brutto gut Leben?

Ein Rechenbeispiel:

Das Durchschnittsgehalt in Deutschland beträgt laut einer Statista Studie von 2017 ca. 2860,00€ Brutto (hier sind geringfügig Beschäftigte, Teilzeit- & Vollzeitbeschäftigte zusammengenommen).

38% von 2860,00€ sind 1.086,80€, die dann mit deinem persönlichen Steuersatz besteuert werden.

Das bedeutet unter 1000€ monatlich zur Verfügung stehendes Geld in der Rente. Könnte ganz schön sportlich werden, wenn du in deiner Rente dein Leben genießen willst, nicht wahr? Vor allem, wenn wir die jährliche Inflation (derzeit bei 1,98%) mit einbeziehen.

Der demografische Wandel – ein wichtiger Einflussfaktor

Zurück zu unserem Rentensystem: Die Herausforderung liegt hierbei in der Finanzierung, welche durch die wirtschaftliche- und demografische Entwicklung problematisch beeinflusst wird. Die demografische Entwicklung, beeinflusst durch die steigende Lebenserwartung und die zunehmende Zahl der Altersrentner*innen, die Rentenbezugszeit, sodass diese immer länger wird. Dies führt folglich zu höheren Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung, während die Zahl der Beitragszahler*innen sinkt und somit auch die Einzahlungen. Während 1962 noch sechs Beitragszahler*innen auf ein*e Rentner*in kamen, sind es 2015 nur noch 2,1 Beitragszahler*innen pro Rentner*in. Dass dieser Trend immer stärker werden wird, lässt sich aus den aktuellen Statistiken zur demografischen Entwicklung in Deutschland erschließen.

Auswirkungen des demografischen Wandels auf deine spätere Rente

Rentnerin klein

Diese Entwicklungen haben natürlich nicht nur Auswirkungen auf die Rente von Frauen, sondern auf die Höhe der gesetzlichen Rente im Allgemeinen. Die gesetzliche Rente wird mittels einer Rentenformel berechnet, da im Laufe des Erwerbslebens Entgeltpunkte gesammelt werden, anhand derer die Rente später ausgezahlt wird. Dies bedeutet, dass kein fixer Betrag garantiert wird, sondern lediglich bestimmte Entgeltpunkte, welche eine gewisse Wertigkeit haben, den so genannten Rentenwert. Dieser ist nicht gesichert und kann auf Grundlage der aktuellen finanziellen Situation der gesetzlichen Rentenversicherung immer neu berechnet werden. Der Rentenbeitrag setzt sich aus somit aus den Entgeltpunkten, dem Zugangsfaktor, dem Rentenartfaktor und dem aktuellen Rentenwert zusammen.

Zusammengefasst bedeutet dies, dass vor allem die Dauer der Erwerbstätigkeit einen Einfluss auf die Entgeltpunkte und somit auch auf die Höhe der Rentenauszahlung hat. Die hohe Rentenlücke von 57%, lässt dich somit auch auf die geringere Erwerbstätigkeitsdauer von Frauen zurückführen. Denn wenn ein Kinderwunsch da ist, können ja nur wir als Frau schwanger werden und fallen dadurch automatisch für eine gewisse Zeit aus. Auch die längeren Ausbildungszeiten führen zu einem späteren Erwerbseintritt.

Deswegen: Fange so früh wie möglich an, dich mit deiner Rente auseinanderzusetzen! Wenn du Unterstützung dabei brauchst, schreibe mir gerne eine Nachricht.

 



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